Friday, July 2, 2010

Ich bin einer der Besten...und trotzdem ein Nichts...

-Hier ein interessanter Artikel ueber Hochschulabgaenger und deren Zukunftschancen in China-

-a similar article in English --> A Million Frustrated Graduates Swarm Squalid Colonies, Posing a Social Quandary

Meine gute Freundin in Peking hat diesen Sommer auch die Uni beendet und wird bei einer renomierten chinesischen Fluggesellschaft anfangen im Marketingbereich zu arbeiten. In China gibt es Campus-Recruitments, wo Vertreter vieler Unternehmen an die Hochschulen gehen und Studenten werden (es gibt dann auch gleich Bewerbungsgespräche). Ich habe mich sehr für meine Freundin gefreut, da sich der Job wirklich ganz gut anhörte. Außerdem war sie eine sehr gute Studentin und sehr angagiert. Ihr Deutsch war in kürzester Zeit so gut, dass ich nur staunen konnte!
Als ich sie dann allerdings fragte, wo sie dann wohen würde und was sie verdienen würde, ist mir die Realität dann doch zurück ins Gesicht geschlagen.
Man überlege sich, dass die Kinder von klein auf wie wild lernen, um möglichst später auf eine gute Uni zu kommen (vornehmlich in Peking oder Shanghai). Dort gehören sie dann zu den besten ihres Landes und haben auch eine schöne Zeit während des Studierens. Und dann machen sie ihren Abschluss und können sich trotzdem nicht mal eine eigene kleine Wohnung leisten. Eigentlich können sie sich gar nicht viel leisten, es sei denn, sie haben reiche Eltern. Es war mir immer sehr unangenehm, wenn ich shoppen gegangen bin und meine Freundin mitkommen wollte, um "Schaufensterbummel" zu machen. Ich kaufte, sie sah zu und bestaunte die schönen Sachen. Oh man, da kommt man sich dann wirklich nicht gut vor.

4 comments:

ellina said...

ja... auch in korea fand ich schon bisschen traurig... sie lernen sooooo fleißig bis zum umkippen und dabei kommt nichts(fast) raus. wir habens richtig gut....

Hans ohne Wurst said...

Selbstverschuldete Unmündigkeit! Selber schuld, wenn die Chinesen sich derartige Bedingungen gefallen lassen. Auch in Deutschland und anderswo auf der Welt haben die Leute für ihre Rechte gekämpft und das auch Kosten ihres Lebens. Wenn die meisten Chinesen sich so unmündig und feige verhalten, und sich ihrer Regierung, dem Militär und dem Kapitalismus geräuschlos beugen, dann kann man auch kein Mitleid haben! Nicht umsonst gibt es Revolutionen! *Viva la Revolution!*

Hans jetzt mit Wurst said...

PS: Gute Besserung!

NuYa said...

Lieber Hans (mit oder auch ohne Wurt). Ich versteh schon, was du da schreibst, aber du stellst das ja irgendwie ein bisschen einfach dar. Wie du sicher selber weisst, gab es ja schon Aufstaende und Streiks in China, die teilweise blutig niedergeschlagen wurden. Die Leute haben eben Angst. Und ausserdem schafft man es selten, eine geschlossene Einheit hinter sich zu formieren. Das waere in Deutschland auch nicht unbedingt anders. Da gibts auch immer genug Feiglinge, die sich dem Ganzen entziehen wuerden. Sag mir doch mal, dass du dich jetzt ganz todesmutig in den Kampf stuerzen wuerdest.
Weiterhin ist zu sagen, dass es hauptsaechlich ich bin, die Mitleid empfindet, im Gegenzug dessen die Menschen dort oft weniger Selbstmitleid haben. Sie versuchen das beste draus zu machen, ohne sich gross zu beschweren. Das finde ich erstaunlich.